Ev.-luth. Kirchengemeinde

Weibeck-Krückeberg

Kirchen

Petri-Kirche
Kirche in Krückeberg
Lukas-Kirche
Kirche in Weibeck

Die Kirchengemeinde Weibeck-Krückeberg

Die ev.-lutherische Kirchengemeinde Weibeck-Krückeberg setzt sich aus den Dörfern Barksen, Krückeberg, Weibeck, Wickbolsen und Zersen zusammen.         Die Dörfer sind schon sehr alt.

Barksen        -   erste Hinweise in einer bischöflichen Bezeugung 1244.

Krückeberg   -   wird erstmalig 1242 urkundlich erwähnt.

Weibeck       -   ist bereits im Jahre 1015 in den alten Mönchslisten von
                         Corvey genannt.

Wickbolsen   -   wurde erstmals im Jahre 955 mit dem Stift Fischbeck erwähnt.

Zersen          -   erste Aufzeichnungen schon vor dem Jahre 1300.

Die Kirchengemeinde hat zwei Gotteshäuser: die Petri-Kirche in Krückeberg und die Lukas-Kirche in Weibeck. Bis etwa zum Jahre 1552 hatten beide Kirchen, deren genaues Alter nicht bekannt ist, ihren eigenen Geistlichen.
Der Krückeberger Pastor Eberhard Poppelbaum, der als erster die Reformation im Süden der Grafschaft Schaumburg eingeführt hatte, übernahm 1552 das Amt des ersten Pfarrers in der größeren Pfarrgemeinde (Hessisch) Oldendorf. Die Krückeberger Kirche trat er mit Zustimmung des Schaumburger Grafen an den Weibecker Pastor Gerhard Hugo ab.
Die Kirche in Weibeck wurde 1564 mit der Kirche in Krückeberg zu einem Kirchspiel Weibeck-Krückeberg vereinigt, zu dem auch die Dörfer Barksen, Zersen und Wickbolsen gehören. Hauptkirchort wurde nun Krückeberg, aber auch in Weibeck findet noch regelmäßig einmal im Monat ein Gottesdienst statt.
Der letzte, ehemals katholische und erste evangelische Pfarrer in Weibeck, Gerhard Hugo, wohnte im Pfarrhaus in Weibeck. Er verstarb im Jahre 1599. Gottesdienste wurden in beiden Gemeinden gehalten. Wohnsitz der nach-folgenden Pfarrer blieb bis 1966 das Pfarrhaus in Weibeck.

Die Petri-Kirche in Krückeberg

Die Kirche und der Turm, beide aus Sandstein, wurden zu verschiedenen Zeiten, und daher voneinander getrennt, gebaut.Der romanische Turm, aus dem 12. Jahrhundert, hat Schallarkarden mit zierlichen Trennungssäulen. Beim Kreuzgewölbe der Halle sind die Rippen wenig ausgearbeitet. Vom Turm zum Kirchenschiff gab es bis zur renovierung im Jahre 1969 nur einen Durchbruch, der erst dann zur Tür ausgeweitet wurde. Das Kirchenschiff, bestehend aus zwei Jochen mit einem geraden Chorabschluss, wurde in der Zeit des Übergangs von der Romanik zur Gotik errichtet.

Der Tisch des Altars ist aus neuerer Zeit, die Mensa dagegen aus vorreformatorischer, was durch Weihekreuze bezeugt wird. Sie kam bei der großen Renovierung 1969 aus St. Marien zu Hessisch Oldendorf in die Krückeberger Kirche.
Wesentliches Ausstattungsstück der Kirche ist ein Kruzifix aus der Zeit um 1320. Beim Räumen des Pfarrhauses 1966 in Weibeck wurde es dort in einem Versteck gefunden. Bis dahin wohnten die Pastoren in Weibeck. Danach wurde das neu erbaute Pfarrhaus in Krückeberg bezogen.
Über die Herkunft des Kruzifix gibt es zwei Meinungen: Einmal die des Ver-steckens in der letzten Zeit vor der Revormation, oder die, dass es sich um ein Beutestück durchziehender Soldaten handelt, welches liegen blieb. Im sieben-jährigen Krieg wurde in beiden Kirchen das silberne Altargerät gestohlen. 1806, als ein französisch- holländisches Armeecorps Hameln belagerte, drangen "Marodeurs" dieser Truppen ins Pfarrhaus ein, misshandelten die Bewohner "mörderlich" und befriedigten ihre Habgier unter Anderem dadurch, dass sie sämtliche Literatur vernichteten.
Die Kirche wurde 1969 als unvorstellbar dunkel und finster bezeichnet. Das gesamte Innenleben wurde entfernt, und die Kirche in den heutigen Zustand umgebaut. Bis dahin befand sich im Kirchenschiff auf der Westseite eine Empore, über die man auch in den Turm zum Aufstieg zu den Glocken gelangte. Auf der Nordseite befand sich eine Empore, welche bis an den Altarraum heran-reichte. Um den Altar herum befanden sich die verkleideten "Stühle" der Familie von Zersen und der "Herrschaftlichen". Über allem befand sich die Empore mit der Orgel. Die alte, denkmalgeschützte Orgel wurde 1970 der Landeskirche zur Verfügung gestellt und geraume Zeit später in der ev. luth. Kirche ST. Marien in Päse bei Peine wieder aufgebaut. Die neue Orgelempore steht seit 1969 auf der Westseite. Hier wurde von der Firma Gebr. Hillebrandt aus Isernhagen eine neue Orgel gebaut. Der Aufgang zum Glockenturm befindet sich hinter der Orgel.    

Kirche vor 1969. Nur die denkmalgeschützte Orgel blieb erhalten und kam nach Päse. Daneben die Kirche heute.

Die alte Kanzel befand sich erhöht auf der Südseite, und war über acht Stufen zu erreichen.
Die hölzerne Taufe wurde 1606 fertiggestellt. Sie trägt den Spruch Markus 16: "Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig, wer aber nicht glaubt, der wird verdammt".


Die neue Orgel auf der Empore an der Westseite. Links: Die Taufe

Vor der alten Orgel, über dem Altar, hing bis zur Renovierung im Jahre 1969 eine Eichentafel mit den Namen der Gefallenen des 1. Weltkrieges aus den Dörfern der Kirchengemeinde. Die Tafel wurde dann in der Leichenhalle, welche zusammen mit einer neuen Sakristei gebaut wurde, aufgehängt.

Von dem vorhandenen 3er Geläut wurde 1917 eine, 1942 die nächste Glocke beschlagnahmt. Sie sollten zur Herstellung von Kriegsmaterial eingeschmolzen werden.
Während die 1917 beschlagnahmte Glocke nie wieder auftauchte, fand man die 1942 beschlagnahmte Glocke auf dem Glockenfriedhof im Hafen von Hamburg wieder. Sie kehrte 1948 über Hannover nach Krückeberg zurück.
Da mittlerweile schon zwei neue Glocken bei der Firma Weule in Bockenem am Harz bestellt waren, mußte eine Glocke wieder storniert werden. Auf die zweite Glocke wartete man sehr lange, bis sie endlich im Juli 1948 geliefert wurde. Mit der Glocke hatte die Gemeinde wenig Glück. Bei einer Revision wurde festgestellt, dass die Glocke aus minderwertigem Material ( mit Stahl ) hergestellt war und nur Schrottwert hatte. Das Material war so porös, dass ein Auseinanderbrechen und Herabstürzen während des Läutens zu befürchten war. Sie wurde still gelegt, abgenommen und rostet jetzt im Glockenturm vor sich hin.

Die Glocke im Vordergrund kam nach dem Krieg zurück. Die kleine Glocke blieb immer im Turm.
Das 2er Geläut
Die Glocke mit Schrottwert

Im Jahre 1968 wurde dieses "Abendmahlsbild" im Zuge der großen Kirchenrenovierung vom Altar entfernt und auf den Dachboden verbannt. Nach ungefähr 35 Jahren kehrte es restauriert und neu gerahmt in unseren Kirchenraum zurück.

Dem Abendmahlsbild gegenüber befindet sich seit 2005 eine bildliche Darstellung der "Taufe Jesu". Es handelt sich ursprünglich um eine Arbeit des Matthäus Merian (1593-1650). Diese wurde umgesetzt und nachempfunden von Petra Grewe, Rinteln.

Texte: Edith Patzelt, Barksen   Bilder: Heinz Koch, Krückeberg

Die Lukaskirche in Weibeck

Die ev. lutherische Lukaskirche in Weibeck ist eine Wehrkirche, die zu den ältesten Kirchen im Weserbergland gehört. Die kleine romanische Kirche erhebt sich auf der Weserterrasse und bietet einen weiten Blick ins Wesertal. Urkundlich erwähnt wird die Kirche zum ersten Mal am 30.4.1331, als Johannes Graf von Rohden und Wunstorf dem Kloster St. Mauritius in Minden das Patronatsrecht über die Kirche in „Weybeke“ überträgt. Sie dürfte jedoch wesentlich älter sein. Das Dorf Weibeck („Wicbeke“) wird bereits 1015 in den alten Mönchslisten von Corvey genannt.

 

Das aus Bruchsteinen gemauerte romanische Kirchenschiff und der Turm wurden vermutlich Anfang des 12. Jahrhunderts als Wehrkirche für die Bewohner der zwölf Weibecker Höfe erbaut.

Darauf lassen die heute noch vorhandenen Schießscharten im Turm schließen. Die Menschen fanden hier Zuflucht und konnten durch die günstige Lage auf der Weserterrasse den Feind frühzeitig erspähen und sich gegen feindliche Angriffe wehren.

 

 

Schießscharte am Turm
Blick aus der Schießscharte nach Westen

Der wuchtige Turm ist noch mit Sollingplatten gedeckt, während das Kirchenschiff nach einer Renovierung mit den im Ort vorherrschenden roten Dachziegeln gedeckt wurde. Der Turm besitzt keinen Durchgang zum Kirchenschiff. Die Turmhalle weist ein flaches Tonnengewölbe auf und dient heute als Totenhalle.

Westseite des Turmes
Halle im Turm

Die Weibecker Kirche besaß bis zum Ersten Weltkrig zwei noch aus dem 17. Jahrhundert stammende Glocken. Eine kleine Glocke wurde 1917 beschlag-nahmt und vermutlich zu Kriegszwecken eingeschmolzen. Der größeren Glocke schien im zweiten Weltkrieg das gleiche Schicksal zu drohen. Sie wurde 1942 beschlagnahmt und abtransportiert. Nach dem Krieg wurde bei der Firma Weule in Bockenem am Harz eine neue Glocke aus Stahl in Auftrag gegeben, welche im August 1947 geweiht wurde. Auf ihr ist die Inschrift zu lesen "Oh Land, Land, Land, höre des Herrn Wort". Einen Tag nach der feierlichen Glockenweihe traf dann die Nachricht ein, dass die Glocke von 1662 nicht eingeschmolzen sei und in Hannover abgeholt werden könne. So besitzt die Lukas-Kirche nun wieder zwei Glocken, von denen aber nur noch die alte Glocke von 1662 läutet , da die Stahlglocke nicht mehr funktionstüchtig ist.

Aufstieg im Turm zu den Glocken
Geläut www.youtube.com/watch
Glocke von1662 mit der Inschrift:"Eines bitte ich vom Herrn, das ich hätte gern, daß ich im Hause des Herrn bleiben möge mein Leben lang."
Nicht mehr funktiontüchtige Stahlglocke

Vor dem Haupteingang an der Südseite befindet sich eine kleine Säule mit einem Würfelkapitell, das mit Halbkreisen verziert ist. Es enthält ein kleines Becken, das in vorreformatorischer Zeit als Weihwasserbecken gedient haben könnte. Die kurze Säule wurde später als Unterbau der hölzernen Kanzel verwendet und erst bei der Renovierung der Kirche im Jahre 1977 wieder entdeckt. An der Südseite ist  auch ein sehr altes aus Stein gemeißeltes Kreuz zu sehen.

Das ehemalige Weihwasserbecken vor dem Südeingang
Kreuz an der Südseite
Das Kreuz

Das Innere der Kirche ist sehr schlicht gehalten. Das romanische Kirchenschiff verfügt noch über eine Flachdecke - die ursprüngliche Holzdecke wurde allerdings in der Mitte des 19. Jahrhundert durch eine steinerne Flachdecke ersetzt. Später wurde ein gerader Chor mit einem gotischen Rippengewölbe auf Konsolen und einem kleinen gotischen  Fenster angebaut.

Kirchenschiff mit Flachdecke
Anbau aus gotischer Zeit
Ausgang nach Norden mit gotischem Fenster

Das Altarbild auf dem Sandsteinaltar stellt das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern dar und soll 1654 von Katharina von Haxthausen gestiftet oder gemalt worden sein.

Der Altarraum
Der Altar
Das Altarbild

Über einem Wandschrank im Chorraum, der als Sakramentshäuschen diente, befindet sich ein altes frühgotisches Kreuz.

Frühgotisches Kreuz
Hölzerne Taufe

Nach der Einführung der Reformation in der Grafschaft Schaumburg verlor die Weibecker Kirche ihre Selbstständigkeit. Der Krückeberger Pastor Eberhard Poppelbaum, der als erster die Reformation im Süden der Grafschaft Schaumburg eingeführt hatte, übernahm 1552 das Amt des ersten Pfarrers in der größeren Pfarrgemeinde (Hessisch) Oldendorf. Die Krückeberger Kirche trat er mit Zustimmung des Schaumburger Grafen an den Weibecker Pastor Gerhard Hugo ab.

Gemeinsames Siegel

Die Kirche in Weibeck wurde 1564 mit der Kirche in Krückeberg zu dem Kirch-spiel Weibeck- Krückeberg vereinigt, zu dem auch die Dörfer Barksen, Zersen und Wickbolsen gehören. Kirchort für die zusammengelegten Gemeinden wurde nun Krückeberg. In der Weibecker Kirche findet aber seit der Zusammenlegung der beiden Kirchen bis heute einmal im Monat ein Gottesdienst für die Kirchen-gemeinde statt. Das Pfarramt und der Wohnsitz des Pastors blieben 400 Jahre lang in Weibeck, bis im Jahre 1966 das alte Pfarrhaus in Weibeck verkauft und ein modernes Pfarrhaus in Krückeberg gebaut wurde. 

Altes Pfarrhaus in Weibeck (Foto aus Dorfchronik von Weibeck)
Pfarrhaus in Krückeberg

Texte: Marianne Meyer, Weibeck  Bilder: Heinz Koch, Krückeberg

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